KREBSE

Das Waldviertel war bis ins 19. Jhdt. berühmt für seine Edelkrebszuchten, die seit dem Mittelalter betrieben wurden - vorzugsweise von Klöstern, da der Krebs wie der Fisch nicht als Fleisch gewertet wurde und daher in der Fastenzeit gegessen werden durfte. Die auch wild vorkommenden Edelkrebse, aber auch die kleineren Steinkrebse waren ein Arme-Leute-Essen, heute sind alle Flusskrebse eine Spezialität.

Durch die Krebspest sind die einheimischen Flusskrebse jedoch extrem gefährdet, bzw. sind die Bestände sehr zurückgegangen. Diese Krankheit, die beim einheimischen Flusskrebs zum Tod führt, wurde mit den amerikanischen Signalkrebsen eingeschleppt. Sie wird leicht übertragen, in einem Gewässer, in dem auch nur einzelne Signalkrebse leben, sterben alle einheimischen Krebse.

Da unsere Teiche vom Wasser des Flussoberlaufes gespeist werden, da also hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass oberhalb unserer Teiche keine Signalkrebse eingesetzt worden sind, wollen wir versuchen, sie mit Edelkrebsen zu besetzen, um diese Tierart, aber auch die alte Waldviertler Tradition der Krebszucht vor dem Aussterben zu bewahren.

Und einen ersten positiven Hinweis, dass unser Vorhaben gelingen könnte, haben wir bereits gefunden: Der aus dem Teich eines Nachbarn gefischte Krebs war ein schöner, großer Edelkrebs:

Erster Krebs 2005
   
Am ersten November 2006 haben wir die ersten Krebse eingesetzt: einsömmrige und zweisömmrige.  

Einsömmrige Edelkrebse

Zweisömmrige Edelkrebse
Dieses zweisömmrige Weibchen wurde bereits von einem Männchen mit den sogenannten Spermapaketen versehen. In zwei bis drei Wochen wird das Weibchen seine Eier, geschützt von einem "Schleimzelt" über die Spermapakete ziehen, dann erfolgt die Befruchtung. Im Frühling schlüpfen die jungen Krebse, die erst nach längerer Brutpflege diesen sicheren Platz verlassen werden.
 

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